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...bis zum Start der "XX ADAC Oldtimerfahrt Horlofftal"

MSC Horlofftal bot ein Highlight des Hungener Brunnenfestes

Viel Chrom und Lack bei der 19. ADAC Oldtimerfahrt

„Der MSC bereichert mit seiner tollen Oldtimerfahrt schon von Beginn an unser Brunnenfest“, lobte Hungens Erster Stadtrat Herbert Engel bei der Siegerehrung am neuen Backhaus die Organisatoren, während sich die neue Brunnenkönig „Regina I“ aufs Küssen der Gewinner konzentrierte. Funkelnde Pokale und viel Applaus gab es für die Sieger, der in den verschiedene Kategorien und Klassen gestarteten Oldtimerpiloten. Mit 86 historischen und klassischen Automobilen und Motorrädern waren sie am Pfingstsonntag ab 10.31 Uhr im Minutenabstand auf eine 110 km lange Strecke durch Oberhessen und den Vogelsberg gestartet. Mit dabei: Viele Vorkriegsmotorräder und Automobile sowie viele Klassiker der Wirtschaftswunderjahre.

70 Helfer in der Organisation

Mit seinem Konzept bewies der MSC Horlofftal e.V. im ADAC wieder ein gutes Händchen, denn die Zuschauer waren vom Starterfeld und die Teilnehmer von der Strecke und von den vielen trickreichen Geschicklichkeitsaufgaben in den Etappenorten begeistert. „Wir haben den Offenbacher Wetterdienst als Club-Mitglieder aufgenommen“, scherzte der MSC-Vorsitzende Manfred Möll (Röthges) vor dem Start und lobte zugleich den Einsatz der 70 Helfer in Hungen und auf der Strecke. Tatsächlich war auch das sommerliche Wetter ein Garant für den großen Erfolg der 19. ADAC Oldtimerfahrt des MSC Horlofftal. Schon vor dem Start verfolgten viele Besucher den Technik-Check durch GTÜ-Prüfingenieur Bernd Albert und sein Team auf dem alten Schulhof und bildeten dann beim Start an der Markthalle ein dichtes Spalier. Hans Ekkehard Weber (Wiesbaden) und Manfred Zieger (Fernwald) sowie Rolf Moll (Villingen) vermittelten am Mikrofon viel Wissenswertes über die Fahrzeuge und deren Piloten.

Durch den Vogelsberg

Die von den beiden Fahrtleitern Thomas Roßhirt (Hungen) und Winfried Möll (Röthges) ausgearbeitete Strecke führte erstmals über den Hoherodskopf bis nach Hochwaldhausen, wo das 10-jährige Jubiläum des Vulkanradweges gefeiert wurde. Auf dem Weg dorthin waren schon in Villingen und Ruppertsburg Kontrollpunkte anzufahren, darunter die „Gleichmäßigkeitsprüfung“ bei Römheld. Auf dem Parkplatz am Ludwigsbrunnen blieb noch genügend Zeit für einen Fernblick über die Wetterau bis in den Taunus und nach Frankfurt.

Nach der Mittagspause ging es von Hochwaldhausen über Gedern, Wenings und Merkenfritz wieder auf den Rückweg. Gegen 15 Uhr wurden die ersten Teams im Ziel in Hungen empfangen, während besondere Gäste gerade wieder die Bühne verlassen hatten: Zur Mittagszeit hatten 50 skurrile und mit vielen PS bei nur geringem Eigengewicht ausgestatten Lotus Super Seven dem MSC einen Besuch abgestattet. Autos mit 250 PS bei nur 600 kg? – Bei der Fahrzeugausstellung kamen sogar eingefleischte Motorradfreaks ins Schwärmen.

Sonderaufgaben auf der Strecke

Für die Teams, die mit ihren chromblitzenden Schätzchen teilweise von weit her angereist waren, wurde es aber auf der Fahrt durch die blühende Frühlingslandschaft spannend. Sie folgten nicht einfach einer ausgeschilderten Strecke, sondern mussten sich teilweise bei Skizzen und Kartenausschnitten die richtige Streckenführung erst wie in einem Puzzle zusammensetzen. Die Tücke lag im Detail. Wer hier und da eine zu fahrende Schleife übersehen hatte, erhielt ebenso Strafpunkte wie für die Zentimeter-Abweichungen bei den Geschicklichkeitsaufgaben, wo man „mit dem rechten Hinterrad exakt 60 cm entfernt von einem Bordstein“ oder „exakt 95 cm vor einem Gatter“ anhalten musste. Am Ende strauchelten sogar die Spezialisten und fingen sich Strafpünktchen ein.

Die Sieger

In den Motorradklassen machten mit Lothar Scherer (Langd) auf der BMW R69 S und dem ehemaligen Rallye- und Rundstreckenfahrer Horst Dietz (Nonnenroth) auf einem NSU Max-Gespann zwei heimische Fahrer den Sieg unter sich auch. Lothar Scherer hatte mit 15,66 Strafpunkten am Ende ganze zwei Strafpünktchen weniger als Dietz (17,68).

Bei der „Classic-Wertung“ der Automobile erhielten alle Starter mit Vorkriegsfahrzeugen Ehrenpreise. In den Wertungen holten sich Michael und Uschi Kreuter (Braunfels, Mercedes-Benz 350 SLC) mit 27,52 Punkten den Sieg. Karl-Ernst Ufer/Cornelia Hannes-Ufer (Weinbach, MG Miget, 35,80) und Roland Würz/Nick Erlacher (Weilmünster, Opel Kadett Coupé, 38,38) folgten auf den Plätzen zwei und drei.

Die „Sportwertung“ war etwas für absolute Spezialisten. Nur neun Teams hatten sich eingeschrieben und bewiesen auf hohem Niveau, was man auf einer Landkarte ohne „Navi“ herauslesen kann. Karl-Heinz und Kerstin Haus (Langd) fuhren im Opel Manta mit 81,54 Punkten auf Platz eins, Hans-Peter und Elke Nees (Neuberg, Mercedes-Benz) kamen mit 83,56 Punkten auf Platz zwei vor Martin Hähner/Mira Möll (Mücke/Röthges, VW-Porsche 914, 147,06 Punkte).

Bilder: M.Möll / W. Möll / M. Roßhirt