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Nach der »Wende« Treff mitten auf der Autobahn

20.12.2009

Quelle: Gießener Allgemeine

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Hungen/Eisenach (tr). »Der Motorsportclub Horlofftal und der Motor Club Eisenach geben dem Motorsport in Thüringen seit 20 Jahren ein Gesicht.« So titelte die »Thüringer Allgemeine« in ihrer Samstagsausgabe über die seit der »Wende« bestehende Partnerschaft der beiden Clubs. Denn am vergangenen Sonntag war es auf den Tag genau 20 Jahre her, dass sich die Mitglieder beider Vereine an der damals noch existierenden deutsch-deutschen Grenze mitten auf der Autobahn bei Ober-Suhl erstmals getroffen hatten.

Damals feierte man gemeinsam eine Weihnachtsfeier. Daraus entwickelte sich eine Partnerschaft, die jetzt zum 20. Jahrestag gebührend gefeiert wurde.
Bereits am Samstag waren die Mitglieder des MSC Horlofftal nach einem Zwischenstopp im Grenzlandmuseum »Point Alpha« in Eisenach eingetroffen. Nach einen Besuch des historischen Weihnachtsmarkt hoch oben auf der Wartburg fand abends im Hotel die Jubiläumsfeier statt. Waren aus Hungen und Umgebung 40 MSC-Mitglieder unter der Leitung des Vorsitzenden Manfred Möll nach Eisennach gereist waren, so waren noch einmal soviele Mitglieder des MC Eisenach zur Feier gekommen. Mit dabei auch der Villinger Ortsvorsteher Gerhard Rupp.

Zunächst wurden die Freunde aus Hungen vom MC-Vorsitzenden Michael Peter begrüßt. Er lobte die gute Zusamamenarbeit beider Clubs und nannte hier besonders die Wartburg-Rallye und die Oldtimerfahrt in Thüringen, an denen die Freunde aus Hungen teilnehmen. Auch für die Zukunft strebe man auch auf weiteren Gebieten des Motorsport eine Zusammenarbeit an. Welchen Stellenwert die Partnerschaft der beiden Motorsportclubs für die Stadt Eisenach hat, führte Oberbürgermeister Matthias Doht in seiner Grußrede aus. Eisenach sei nicht nur Kulturstadt, sondern auch Autostadt, und dazu zähle natürlich auch der Motorsport. Besonders erfreut sei er, dass es in beiden Vereine bereits kurz nach dem Mauerfall die Bestrebungen für eine Partnerschaft gab und diese nun seit 20 Jahren mit Leben erfüllt sei.
»Geschichte hat einen festen Platz im Leben der Menschen. Wir lernen viel aus der Vergangenheit, die uns auch für die Zukunft prägt«, sagte der Vorsitzende des MSC Horlofftal, Manfred Möll in seiner Festrede. Er erinnerte an die Grenzöffnung, die die beiden Clubs zusammenbrachte. Im November 1989 hätten sich Leute des MC Eisenach und des MSC bei der Ausgabe von ADAC-Landkarten zufällig kennengelernt.
»Geschichten muss man erzählen«
Danach ging es ruckzuck. Bei der wohl ersten deutsch-deutschen Weihnachtsfeier direkt auf dem Autobahn-Grünstreifen waren schnell ein paar Aktionen beschlossen, von denen man heute noch erzählt. Und ein paar »Dinos« von damals sind heute noch dabei. Doch 20 Jahre seien eine lange Zeit. »Vieles gerät in Vergessenheit, wenn es nicht immer mal wieder erzählt wird«, sagte Möll. Daher müssten Kontakte gepflegt und Geschichten weitergegeben werden. Auch die aktuellen Vorstände beider Vereine hielten engen Kontak und planten verschiedene Aktionen. Dabei gehe es um Motorsport, aber auch um die Pflege der Freundschaft. Möll hoffte, bei allen MSC-Veranstaltungen im kommenden Jahr Abordnungen aus Eisenach begrüßen zu können.

Am Sonntag, dem eigentlichen Jubiläumstag, hatten die Freunde des MC Eisennach einen Besuch im »Automobilwelt«-Museum, das in der ehemaligen Fabrikhalle des Wartburg-Werkes eingerichtet wurde, organisiert. Erneut war Oberbürgermeister Matthias Doht mit von der Partie. In der »Automobilwelt« sei es gelungen, ein großes Stück der Eisenacher Automobilgeschichte, die mit BMW begann und bis heute mit Opel fortgesetzt werde, greifbar und erlebbar zu machen. Als Gäste waren der ehemalige Hungener Bürgermeister und Regierungspräsident a.D. Wilfried Schmied, der mit dem 2. MSC-Vorsitzenden Bernhard Jäger angereist war, der damalige Pressechef der Wartburgwerke, Horst Ihling, der 2. Vorsitzende des ADAC Hessen-Thüringen Siegfried Wetterau und der letzte DDR-Rallye-Meister Eberhard Uth zugegen. Wetterau ging in eeiner Rede nicht nur auf die 20-jährige Partnerschaft beider Motorsportvereine ein, sondern auch auf die schnelle und rasche Gründung des ADAC-Landesverbandes Thüringen, der sich drei Monate später mit den Hessen zusammenschloss.
Damals wie heute sei er überzeugt, dass diese erste deutsch-deutsche Partnerschaft im Bereich des Motorsports auf einem festen Fundament stehe, betonte der Ex-Bürgermeister Schmied, der schon damals bei der Gründung der Partnerschaft dabei war.
Ein Partnerschaftstreffen am quasi historischen Ort - dem Autobahn-Grünstreifen - war diesmal nicht möglich. So feierten die Motorsportler aus beiden Ländern im Keller des Museums bei Thüringer Bratwürste und heißem Hungener Apfelwein. Beim Abschied am Sonntagnachmittag gab man sich das Versprechen auf ein baldiges Wiedersehen.

 

Fotos: L. Albert / W. Möll / M. Roßhirt

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